(VERSORGUNGS-)SICHER

SICHER NOCH LANGE

Erdgas ist (versorgungs-)sicher

Auch kommende Generationen werden in den Genuss des wertvollen Rohstoffs Erdgas kommen. Herkömmliche und unkonventionelle Lagerstätten, neue Fördermethoden sowie die Möglichkeit, Methan synthetisch und aus erneuerbaren Quellen herzustellen – all das beschert ihm eine glänzende und vor allem lange Zukunft. Tatsächlich wird sogar jedes Jahr mehr Erdgas gefunden als aus dem Boden gefördert!

Die weltweiten, wirtschaftlich und technisch leicht erschließbaren Reserven werden auf etwa 190 Billionen Kubikmeter geschätzt. Das allein würde beim derzeitigen Stand des Verbrauchs für ein halbes Jahrhundert reichen. In Russland, woher das meiste Erdgas für Österreich kommt, sowie im Nahen Osten befindet sich der Großteil dieser Reserven. Auch in Österreich selbst gibt es durchaus nennenswerte Lagerstätten, vorwiegend im Wiener Becken.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden hierzulande im Durchschnitt 1,6 Milliarden Kubikmeter jährlich zutage gefördert. Zu den Erdgasreserven kommen auch noch die sogenannten Grenzreserven. Das sind bereits entdeckte Vorkommen, deren Förderung derzeit aber nicht wirtschaftlich erfolgen kann.

SICHER VERFÜGBAR

Die EU-Verordnung 994/2010 über die Sicherheit der Gasversorgung regelt das Vorgehen im Falle der Unterbrechung von Lieferungen. Denn es gab beim Ausfall des Transits durch die Ukraine im Jahr 2009 durchaus ausreichend Gas in Europa – das Problem bestand vielmehr darin, dass es mangels geeigneter Verbindungen nicht in alle Bereiche Osteuropas transportiert werden konnte.

Zwei Elemente sind also in der europäischen Energiepolitik besonders wichtig: Einerseits die Einheitlichkeit von Regeln und deren Anwendung in den Mitgliedsstaaten. Andererseits wird auf Solidarität gesetzt, was beispielsweise bedeutet, dass ab 2015 kein EU-Mitgliedstaat mehr von den europäischen Energienetzwerken abgekoppelt sein soll oder dass für die Versorgungssicherheit wichtige Infrastrukturmaßnahmen gemeinsam (ko-)finanziert werden. Solche Investitionen, vorrangig in den Transport und die Speicherung von Energie sowie in intelligente Netze, sind in den kommenden Jahrzehnten massiv erforderlich und müssen durch entsprechende Anreize auf den Weg gebracht werden. Die Verordnung soll dazu beitragen, Engpässe abzubauen und den Bau fehlender Verbindungen zu initiieren.

KEINE ANGST VOR ERDGAS!

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde sogenanntes Stadtgas zur Beleuchtung, zum Kochen und Heizen verwendet. Dieses Stadtgas wurde durch Kohlevergasung hergestellt, war toxisch und leicht entflammbar. In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts wurde das Stadtgas durch das wesentlich ungefährlichere Erdgas ersetzt. Der Zündpunkt von Erdgas (600°C) liegt sogar fast doppelt so hoch, wie der von Benzin (360°C)!

Außerdem ist Erdgas ungiftig. Weil Erdgas unsichtbar ist, ist es aber auch heute noch mit dem markanten Gasgeruch parfümiert. So können schadhafte Stellen in der Gasleitung schneller bemerkt und behoben werden. Und die Gasversorger und Netzbetreiber unternehmen natürlich große Anstrengungen, das Netz sicher zu halten.

SICHER TRANSPORTIERT

Keine Angst vor Erdgas!

Die großen Leitungssysteme unserer Gasversorgung werden heute vollautomatisch gesteuert und die Steuerung wiederum überwacht. Entlang der Netze sind Wartungszentren eingerichtet, die Trassen der Pipelines werden mit Fahrzeugen abgefahren, aus der Luft per Helikopter kontrolliert und einmal pro Jahr sogar von Anfang bis Ende abgegangen.

Eine besonders intelligente Lösung wurde für die Untersuchung des Innenlebens der Rohrleitungen gefunden: An beiden Enden der einzelnen Pipeline-Abschnitte sind Schleusen installiert, die sogenannte „Molche“ aufnehmen können. Diese haben etwa die Form eines Zylinders und bestehen aus Gruppen von Scheiben, die für den jeweiligen Rohrdurchmesser „maßgeschneidert“ werden. In einem ersten Schritt schieben „Reinigungsmolche“ Verunreinigungen und eventuell angefallene Flüssigkeit bis zur nächstgelegenen Schleuse, wobei sie vom Gasdruck angetrieben werden.

In der Folge kommt ein „intelligenter“ Inspektionsmolch zum Einsatz, der sehr empfindliche Sensoren besitzt und damit die Innenwand der Pipeline auf kleinste Schäden hin untersucht. Dazu wird die Rohrwand magnetisiert, der Molch registriert selbst kleinste Verzerrungen im Magnetfeld, während er mit 3,5 Metern pro Sekunde vorbeigleitet. Aufgrund dieser Ergebnisse finden Reparaturen – sollten sie nötig sein – effektiv und punktgenau an der richtigen Stelle statt.